Kartenaufgabe 10

Cuxhaven → Spiekeroog

17 Aufgaben, 30 Punkte, in der Prüfung 90 Minuten. Du bearbeitest die Aufgaben nacheinander. Nach jeder Aufgabe siehst du die amtliche Lösung und gibst dir selbst Punkte.

Lieber erklärt bekommen? Zu diesem Bogen gibt es eine Video-Anleitung auf YouTube vom Kanal McFly439.

Das brauchst du selbst

Seekarte, Begleitheft und Navigationsbesteck sind nicht Teil von SKS Lotse. Du bekommst sie im nautischen Fachhandel. Ohne sie lassen sich die Aufgaben nicht lösen.

  • Übungskarte 49 (INT 1463), ohne Eintragungen
  • Karte 1/INT 1 (Zeichen, Abkürzungen, Begriffe)
  • Begleitheft für die Kartenaufgaben im Fach Navigation für den SKS (Ausgabe 2013)
  • Navigationsbesteck: zwei Kursdreiecke und ein Zirkel
  • Taschenrechner (nicht programmierbar)
  • Bleistift, Radiergummi und Papier für das Stromdreieck

Ohne Konto wird nichts gespeichert: Antworten und Punkte sind weg, sobald du die Seite verlässt. Mit einem Konto kannst du unterbrechen und später weitermachen.

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Hinweise zur Kartenaufgabe

Erlaubte Hilfsmittel: Übungskarte 49 (INT 1463), Karte 1/INT 1, Begleitheft für die Kartenaufgaben im Fach Navigation für den SKS (Ausgabe 2013), Taschenrechner (nicht programmiert und nicht programmierbar), Navigationsbesteck und Schreibgeräte. Für die Prüfung darf die Übungskarte 49 (INT 1463) keine Eintragungen und keine Markierungen enthalten. Gegebenenfalls sind in die Übungskarte eingetragene Kurse, Peilungen und Orte restlos auszuradieren. Die Karte 1/INT 1 und das Begleitheft dürfen ebenfalls keine Markierungen, zusätzlichen Eintragungen oder eingeklebten Reiter enthalten.

Hinweise: Die Schiffsorte sind in die Seekarte einzutragen und jeweils nach Breite und Länge anzugeben. Kurse und Peilungen sind ebenfalls in die Seekarte einzutragen und kaufmännisch auf volle Grade auf- bzw. abzurunden. Es ist die Norm DIN 13312 Navigation (soweit möglich) anzuwenden; es gilt die Steuertafel im Begleitheft. BW und BS (falls kein Stromdreieck zu zeichnen ist) werden als absolute Werte angegeben ( |BW| bzw. |BS| ), es ist jeweils das zugehörige Vorzeichen hinzuzufügen. Uhrzeiten sind in Bordzeit (BZ) anzugeben. Bei Feuern und Schifffahrtszeichen sind die deutschen Beschreibungen anzugeben; die Angabe von Abkürzungen reicht nicht aus. Erreichbare Punktzahl gesamt: 30 Punkte. Erreichbare Punktzahl je Aufgabe: Siehe entsprechende Punktvorgabe.

Gesetzliche Zeit (GZ) für 2013: MEZ bis 31.03.2013, 02:00 Uhr; dann MESZ bis 27.10.2013, 03:00 Uhr; danach MEZ.

Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Navigationsaufgaben SKS

Formblatt Gezeiten
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Alle Aufgaben dieser Kartenaufgabe

  • Aufgabe 12 Punkte

    Auf dem Weg von Cuxhaven nach Spiekeroog rund um Helgoland befindet sich eine Yacht am 29.08.2013 um 06:05 BZ (= gesetzliche Zeit) im Fahrwasser „Elbe“ bei Tonne „4“. Die Fahrt durchs Wasser (FdW) beträgt 6 kn. Wind: E-lich 5 Bft. Man setzt von der Tonne „4“ Kurse zunächst wie folgt ab: – Tonne „Düne-N“ NE-lich von Helgoland (WPT 1), – Tonne „Sellebrunn-W“ (WPT 2), – Seezeichen „GB“ (WPT 3).

    Bestimmen Sie die einzelnen Kartenkurse (KaK) bis zum WPT 3. (1 Punkt)

    Bestimmen Sie die entsprechenden Distanzen (d). (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • Kurs Tonne „4“ bis Tonne „Düne-N“: 316° [± 1°]

      Kurs Tonne „Düne-N“ bis Tonne „Sellebrunn-W“: 285° [± 1°]

      Kurs Tonne „Sellebrunn-W“ bis Seezeichen „GB“: 254° [± 1°]

    • Distanz Tonne „4“ bis Tonne „Düne-N“: 17,2 sm [± 0,2 sm]

      Distanz Tonne „Düne-N“ bis Tonne „Sellebrunn-W“: 3,8 sm [± 0,2 sm]

      Distanz Tonne „Sellebrunn-W“ bis Seezeichen „GB“: 13,5 sm [± 0,2 sm]

    Herleitung anzeigen

    Man trägt in der Karte die drei Teilstrecken ein: von der Tonne „4“ zur Tonne „Düne-N“ (WPT 1), von dort zur Tonne „Sellebrunn-W“ (WPT 2) und weiter zum Seezeichen „GB“ (WPT 3). Gefragt sind Kartenkurse, also die Kurse über Grund so, wie sie in der Karte liegen. Wind und Strom spielen hier noch keine Rolle.

    Den Kurs jeder Teilstrecke liest man mit dem Kursdreieck an der Kompassrose ab und rundet ihn auf volle Grade. Die Länge misst man mit dem Zirkel am Breitenmaßstab (1 Minute Breite = 1 sm).

    Insgesamt sind es 17,2 sm + 3,8 sm + 13,5 sm = 34,5 sm.

  • Aufgabe 21 Punkt

    Welche Seekarten benötigt man für die Fahrt von Cuxhaven elbabwärts bis zur Tonne „Sellebrunn-W“ bei Helgoland, um mehr navigatorische Detailinformationen zu erhalten? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    bei Tonne „4“: Seekarte 44 (INT 1452)

    bis Tonne „Sellebrunn-W“: Seekarte Nr. 3 [beides muss genannt sein]

    Herleitung anzeigen

    Die Nummern stehen nicht in der Aufgabe, man liest sie in der Karte ab. Eine Seekarte verzeichnet die Gebiete der großmaßstäbigen Karten mit deren Nummer. Die Übungskarte zeigt hier nur einen Überblick. Die großmaßstäbigen Karten zeigen die Gegend genauer.

    Die Fahrt hat zwei Abschnitte: Bei der Tonne „4“ im Fahrwasser „Elbe“ liegt man im Gebiet der Seekarte 44 (INT 1452). Weiter nach Helgoland bis zur Tonne „Sellebrunn-W“ gilt die Seekarte Nr. 3. Beide müssen genannt werden.

  • Aufgabe 32 Punkte

    Man möchte die Stromverhältnisse beim Verlassen der Elbe feststellen.

    Bestimmen Sie anhand des Gezeitenstromatlasses die Stromrichtung (StR) und die Stromgeschwindigkeit (StG) bei der Tonne „4“ für 06:05 BZ (der Strom ist ggf. zu mitteln). (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    StR = 100° [± 10°]

    StG = 0,9 kn [± 0,5 kn]

    Herleitung anzeigen

    HWZ Helgoland 29.08.2013: 04:55 MEZ = 05:55 MESZ/BZ

    Alter der Gezeit: Nippzeit (NpZ)

    06:05 BZ = 10 min nach HWZ Helgoland ≈ HWZ Helgoland

    Man schlägt im Gezeitenstromatlas die Karte „HW Helgoland“ auf. An der Tonne „4“ liest man Richtung und Stärke des Stroms ab, für Nippzeit. Mitteln muss man hier nicht, weil 06:05 BZ praktisch auf der vollen Stunde der Karte liegt (10 min nach HW).

  • Aufgabe 43 Punkte

    Man steuert beim Verlassen der Elbe KaK = 316°. Die Fahrt durchs Wasser (FdW) beträgt weiterhin 6 kn. Man berücksichtigt für die nächsten ca. 3 Stunden den E-Wind mit |BW| = 5° und nach dem Kentern einen Strom in Richtung 270° mit 1,0 kn.

    Zeichen Sie ein Stromdreieck (Maßstab: 1 cm entspricht 1 kn) und beschriften Sie es vollständig mit Bezeichnung der Vektoren, mit deren Werten und Maßeinheiten. (1 Punkt)

    Bestimmen Sie den Magnetkompasskurs (MgK). (1 Punkt)

    Bestimmen Sie die Fahrt über Grund (FüG). (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • Stromdreieck

    • MgK = 336° [± 1°]

    • FüG = 6,7 kn [± 0,1 kn]

    Herleitung anzeigen

    So entsteht das Stromdreieck: Vom Startpunkt den Stromvektor zeichnen (270°, 1,0 cm). Um seine Spitze einen Kreis mit dem Radius FdW = 6,0 cm schlagen. Wo der Kreis die KüG-Linie (316°) schneidet, endet der KdW-Vektor. Abgelesen werden KdW = 323° und FüG = 6,7 kn.

    Gerechnet wird von unten nach oben: Der KaK = 316° ist der KüG, über BS, BW, Mw und Abl ergibt sich der MgK.

    BS kommt aus dem Stromdreieck: BS = KüG − KdW = 316° − 323° = −7° [± 1°, zeichnerische Toleranz].

    BW ist negativ, weil der Wind aus E (ca. 090°) bei einem Kurs von etwa 323° von Steuerbord achtern einfällt: Die Yacht wird nach Backbord versetzt. Bei einem Versatz nach Backbord durch Wind ist der Wert immer negativ zu rechnen. Mw = +1°.

    Die Ablenkung gilt für den MgK. Sie wird deshalb in der Steuertafel für MgK ≈ 336° abgelesen (−9°).

    MgK=336°
    Abl=−9°
    mwK=327°
    Mw=+1°
    rwK=328°
    BW=−5°
    KdW=323°
    BS=−7°
    KüG=316°
  • Aufgabe 53 Punkte

    Unabhängig vom Ergebnis in Aufgabe 4 koppelt man bis 08:00 BZ mit KaK = 316° und FüG = 6,5 kn. Um 08:00 BZ liest man am GPS Empfänger folgende Position ab: φ = 54°09,2’N, λ = 008°00,0’E. Der GPS Empfänger ist auf WGS 84 eingestellt.

    Bestimmen Sie den Koppelort (Ok) für 08:00 BZ. (2 Punkte)

    Bestimmen Sie die Besteckversetzung (BV). (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • Ok 08:00 BZ: φ = 54°10,1‘N, λ = 008°01,4‘E [± 0,2']

    • BV = 222° / 1,2 sm [± 10° / ± 0,2 sm]

    Herleitung anzeigen

    Die Aufgabe ist unabhängig von Aufgabe 4: Gekoppelt wird mit den hier vorgegebenen Werten KaK = 316° und FüG = 6,5 kn, nicht mit dem FüG aus dem Stromdreieck. Ausgangspunkt ist die Tonne „4“ um 06:05 BZ (Aufgabe 1).

    06:05 BZ bis 08:00 BZ = 1 h 55 min = 115 min

    d = v × t / 60 = 6,5 × 115 / 60 = 12,5 sm

    In der Karte trägt man von der Tonne „4“ aus den Kurs 316° ab und misst darauf 12,5 sm. Der Endpunkt ist der Koppelort. Dort liest man Breite und Länge ab.

    Für die Besteckversetzung trägt man auch die GPS-Position von 08:00 BZ ein, den beobachteten Ort (Ob). Weil der GPS-Empfänger auf WGS 84 eingestellt ist, kann man die abgelesene Position ohne Umrechnung in die Karte eintragen. Die Besteckversetzung ist dann die Strecke vom Koppelort zum beobachteten Ort: Richtung und Abstand der beiden Orte.

    Rechenprobe aus den Koordinaten der Lösungen: Breite 54°10,1‘N → 54°09,2‘N, das sind 0,9 sm nach S. Länge 008°01,4‘E → 008°00,0‘E, das sind 1,4‘ nach W, also 1,4 × cos 54° ≈ 0,8 sm. Daraus ergeben sich ein Abstand von √(0,9² + 0,8²) ≈ 1,2 sm und eine Richtung von etwa 222° (SW).

  • Aufgabe 61 Punkt

    Geben Sie Gründe für die festgestellte Versetzung an. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Gründe für die Versetzung können u. a. sein: Unaufmerksamkeiten beim Steuern

    Gründe für die Versetzung können u. a. sein: BW zu gering eingeschätzt

    Gründe für die Versetzung können u. a. sein: Strom zu gering eingeschätzt

    Herleitung anzeigen

    Die festgestellte Versetzung ist die Besteckversetzung aus Aufgabe 5: BV = 222° / 1,2 sm. Der beobachtete Ort (GPS) liegt also 1,2 sm vom Koppelort entfernt, in Richtung 222°.

    Der Koppelort rechnet nur mit dem, was man vorher angesetzt hat: Kurs und Fahrt. Weicht der wahre Ort davon ab, hat die Yacht etwas versetzt, das nicht oder nicht genug berücksichtigt wurde. Die Richtung der BV (222°) liegt etwa 94° links vom Kurs (316°), also quer nach Backbord. Passend dazu sind der Wind (E, drückt nach Westen) und der Strom (nach 270°) die naheliegenden Ursachen: Beide wurden zu gering angesetzt. Dazu kommt, dass beim Steuern der Kurs nicht genau gehalten wurde.

  • Aufgabe 71 Punkt

    In welcher Magnetkompasspeilung (MgP) peilt man über den Steuerkompass den Leuchtturm von Helgoland um 08:00 BZ von der abgelesenen GPS-Position bei anliegendem MgK = 340°? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    MgP = 301° [± 1°]

    Herleitung anzeigen

    Die rechtweisende Peilung (rwP) zum Leuchtturm von Helgoland misst man in der Karte: von der GPS-Position um 08:00 BZ (Aufgabe 5) zum Leuchtturm. Man liest rwP = 293° ab [± 1°].

    Daraus rechnet man die Peilung des Steuerkompasses aus: Gerechnet wird von unten nach oben, also umgekehrt wie bei einer gepeilten Linie: Von der rwP zieht man die Missweisung ab und erhält die mwP, dann rechnet man mit der Ablenkung zur MgP.

    Die Ablenkung gilt für den MgK des Schiffes beim Peilen (340°), nicht für die Peilrichtung. Man liest sie in der Steuertafel für MgK = 340° ab (−9°).

    MgP=301°
    Abl [MgK = 340°]=−9°
    mwP=292°
    Mw=+1°
    rwP=293°
  • Aufgabe 82 Punkte

    Beschreiben Sie den in Aufgabe 7 gepeilten Leuchtturm von Helgoland bei Tage und bei Nacht vollständig nach Seekarte und Leuchtfeuerverzeichnis: – Kennung, Wiederkehr, Nenntragweite, – Höhe des Feuers über dem Wasser, Aussehen am Tage, Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden. (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    • Kennung: Blitzfeuer bzw. Flash weiß

      Wiederkehr: 5 s; Lichterscheinung 0,1 s, Verdunkelung 4,9 s

      Nenntragweite: 28 sm

    • Höhe des Feuers über dem Wasser: 82 m

      Aussehen am Tage: rotbrauner, viereckiger Turm, weißer Turmkopf, Antennen

      Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden: 34 m

    Herleitung anzeigen

    Die Angaben für die Nacht (Kennung, Wiederkehr, Nenntragweite) und die Höhe des Feuers über dem Wasser stehen in der Seekarte am Leuchtturm. Das Aussehen am Tage und die Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden stehen im Leuchtfeuerverzeichnis.

    Ein Blitzfeuer (Flash) zeigt kurze Lichterscheinungen und lange Dunkelphasen: Das Licht ist hier nur 0,1 s zu sehen, danach 4,9 s dunkel. Zusammen sind das 5 s Wiederkehr.

    Die Feuerhöhe (82 m) wird über dem Wasser angegeben, die Höhe des Feuerträgers (34 m) dagegen über dem Erdboden. Beide Werte sind verschieden. Die 82 m braucht man auch, um die Sichtweite in der Kimm auszurechnen (siehe Bogen 8, Aufgabe 8).

  • Aufgabe 91 Punkt

    Knapp 2 sm nördlich der Position um 08:00 BZ liegt ein magentafarbenes gestricheltes Gebiet. Auf den gestrichelten Linien befinden sich gleichfarbige Kreise mit 3 Strichen zum eingerahmten Gebiet hin.

    Geben Sie die Bedeutung dieses Gebietes an. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Minenleger- (und Minenabwehr)übungsgebiet

    Herleitung anzeigen

    Eine Eintragung in der Karte, deren Bedeutung man nicht kennt, schlägt man in der Karte 1 / INT 1 nach. Sie ist als Hilfsmittel erlaubt. Magentafarbene gestrichelte Linien begrenzen dort Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Schifffahrt.

    Die kleinen Kreise mit Strichen, die zum Gebiet hin zeigen, sind das Zeichen für ein Übungsgebiet. Welche Art von Übung dort stattfindet, nennt der Zusatz: ein Minenleger- (und Minenabwehr)übungsgebiet. Man sollte es meiden, damit man nicht in eine Übung gerät.

  • Aufgabe 102 Punkte

    Man steuert etwas auf und passiert um 08:38 BZ die Tonne „Düne-N“ eben an Bb.; man ändert nunmehr den Kurs auf den WPT 2 (Tonne „Sellebrunn-W“). Es sollen für 09:00 BZ und die zwei weiteren Stunden die Stromverhältnisse nach Seekarte ermittelt werden.

    Welchen Strom nach Richtung (StR) und Stärke (StG) entnehmen Sie der Seekarte auf dem Kurs zum WPT 2 für 09:00 BZ? (1 Punkt)

    Wie setzt der Strom (StR, StG) nach dem Passieren des WPT 2 auf dem Weg zum Seezeichen „GB“ (WPT 3) um 10:00 BZ und 11:00 BZ nach Seekarte? Geben Sie für die beiden Stunden zusätzlich die Stromrichtung durch „mit“ oder „gegenan“ und die gemittelte Stromstärke an. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • StR = 275° [Keine Toleranz]

      StG = 0,8 kn [Keine Toleranz]

    • 4 h nach HWZ Helgoland: StR = 257°, StG = 1,0 kn

      5 h nach HWZ Helgoland: StR = 250°, StG = 1,1 kn

      Der Strom läuft die nächsten 2 Stunden „mit“, StG ca. 1,0 kn [± 0,2 kn]

    Herleitung anzeigen

    HWZ Helgoland 29.08.2013: 04:55 MEZ = 05:55 MESZ/BZ

    Alter der Gezeit: Nippzeit (NpZ)

    Position ca. 1 sm vor der Tonne „Sellebrunn-W“ (WPT 2)

    Nächstgelegener Strommesspunkt „B“

    09:00 BZ = 3 h 05 min nach HWZ Helgoland ≈ 3 h nach HWZ Helgoland

    Hier gilt die Stromangabe in der Seekarte, nicht der Gezeitenstromatlas. Am Strommesspunkt „B“ liest man in der Tabelle der Karte die Zeile „3 h nach HW Helgoland“ ab.

    Für die zwei weiteren Stunden liest man die nächsten Zeilen ab: 10:00 BZ = 4 h 05 min nach HWZ ≈ 4 h, 11:00 BZ = 5 h 05 min nach HWZ ≈ 5 h. Das Seezeichen „GB“ liegt auf Kurs 254° (WSW), der Strom setzt nach 257° und 250°: Er läuft also mit. Gemittelt: (1,0 kn + 1,1 kn) : 2 = 1,05 kn ≈ 1,0 kn.

  • Aufgabe 111 Punkt

    Nach dem Passieren der Tonne „Sellebrunn-W“ um 09:08 BZ wird das Seezeichen „GB“ (WPT 3) mit MgK = 254° recht voraus genommen; BWS = 0.

    Beschreiben Sie das Aussehen des Seezeichens „GB“ und geben Sie an, was im Falle einer Einziehung (z. B. durch Überholung) geschieht. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Bei dem Seezeichen „GB“ handelt es sich um ein unbemanntes rotes Schiff mit angestrahltem Feuerträger; falls zeitweise eingezogen, ersetzt durch eine rot/weiße Großtonne.

    Herleitung anzeigen

    Das Seezeichen „GB“ kennt man aus der Seekarte und dem Leuchtfeuerverzeichnis (Bogen 8, Aufgabe 1). Dort steht: bei Tage ein unbemanntes rotes Schiff mit angestrahltem Feuerträger, bei Nacht ein Gleichtaktfeuer.

    Ein Schiff muss zur Überholung gelegentlich eingezogen werden. Das nennt das Leuchtfeuerverzeichnis „T“ (Temporary, zeitweilig). Für diese Zeit liegt an der Stelle eine rot-weiß senkrecht gestreifte Großtonne.

  • Aufgabe 123 Punkte

    Um 10:35 BZ peilt man über den Steuerkompass die Tonne „E 1“ in MgP = 198°, anl. MgK = 254°; fast gleichzeitig peilt man das Seezeichen „GB“ mit dem Radargerät in der relativen Darstellungsart „Head Up“ in Radar-Seitenpeilung RaSP = 358°, anl. MgK = 259°.

    Bestimmen Sie die rechtweisenden Peilungen (rwP). (1 Punkt)

    Bestimmen Sie den beobachteten Ort (Ob). (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    • Tonne „E 1“: rwP = 198° [Keine Toleranz]

      Seezeichen „GB“: rwP = 255° [Keine Toleranz]

    • Ob 10:35 BZ: φ = 54°11,7‘N, λ = 007°33,4‘E [± 0,2']

    Herleitung anzeigen

    Die Tonne „E 1“ wurde mit dem Steuerkompass gepeilt: Die Magnetkompasspeilung (MgP) ist direkt gegeben. Die Ablenkung gilt für den MgK beim Peilen (254°) und beträgt −1°.

    Das Seezeichen „GB“ wurde mit dem Radar in der Darstellung „Head Up“ gepeilt: Die Radar-Seitenpeilung zählt vom Bug aus. Man addiert den anliegenden Kurs (MgK = 259°): 358° + 259° = 617°, minus 360° = 257° = MgP. Die Ablenkung gilt wieder für den MgK beim Peilen (259°) und beträgt −3°.

    Tonne „E 1“

    MgP=198°
    Abl [MgK = 254°]=−1°
    mwP=197°
    Mw=+1°
    rwP=198°

    Seezeichen „GB“

    RaSP=358°
    MgK=+259°
    MgP=257°
    Abl [MgK = 259°]=−3°
    mwP=254°
    Mw=+1°
    rwP=255°

    Für den beobachteten Ort braucht man die Gegenpeilungen (198° − 180° = 018° von der Tonne „E 1“, 255° − 180° = 075° vom Seezeichen „GB“). Man trägt beide Linien von ihrem Seezeichen aus in die Karte ein. Wo sie sich kreuzen, liegt Ob. Dort liest man Breite und Länge ab.

  • Aufgabe 132 Punkte

    Um 11:06 BZ passiert man das Seezeichen „GB“ an der Backbordseite und ändert Kurs nach Bb. auf KaK = 190° direkt auf die Tonne „TG 16/Reede“ zu. Dabei passiert man die Tonne „GW/Jade“ nahebei. Um 12:51 BZ steht man schließlich 1,2 sm ENE-lich der Tonne „TG 16/Reede“ auf der Verbindungslinie zur Tonne „TG 18/Jade“.

    Welche navigatorische Bedeutung hat die Tonne „TG 16/Reede“ bzw. was kennzeichnet sie? (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    Die Tonne „TG 16/Reede“ ist die Tonne „16“ der nördlichen Begrenzung des Verkehrstrennungsgebietes (VTG) „Terschelling – German Bight“.

    Diese Tonne kennzeichnet außerdem die SW-liche Begrenzung der Tiefwasserreede/des Tiefwasser-Ankergebiets.

    Herleitung anzeigen

    Die Bezeichnung der Tonne enthält die Antwort: „TG“ steht für das VTG „Terschelling – German Bight“, die Zahl „16“ ist ihre Nummer in der Kette der Tonnen, die dieses Gebiet an seiner Nordseite begrenzen. „Reede“ im Namen weist auf die Tiefwasserreede hin, die an dieser Tonne endet.

    Beides gehört in die Antwort: Die Tonne begrenzt das VTG im Norden und die Tiefwasserreede (das Tiefwasser-Ankergebiet) im Südwesten.

  • Aufgabe 142 Punkte

    Von der Position aus Aufgabe 13 will man zur Ansteuerungstonne „Otzumer Balje“ vor Spiekeroog versegeln. Dazu wird zunächst das Verkehrstrennungsgebiet (VTG) „Terschelling – German Bight“ gequert. Der E-Wind wird mit |BW| = 4° eingeschätzt; ein eventueller Strom wird nicht berücksichtigt ( |BS| = 0°).

    Bestimmen Sie den Magnetkompasskurs (MgK), der zum Queren des VTG unter Einhaltung navigatorischer und verkehrsrechtlicher Vorschriften zu steuern ist. (1 Punkt)

    Bestimmen Sie den Magnetkompasskurs (MgK), der nach dem Queren des VTG bis zur Ansteuerungstonne „Otzumer Balje“ zu steuern ist. Dafür wird folgende Ausgangsposition angenommen: φ = 53°52,6‘N, λ = 007°27,8‘E. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • Kurs für das rechtwinklige Queren des VTG: MgK = 162° [± 2°]

    • Kurs nach dem Queren des VTG bis „Otzumer Balje“: MgK = 110° [± 1°]

    Herleitung anzeigen

    Ein VTG quert man nach der Kollisionsverhütungsregel so rechtwinklig wie möglich zur allgemeinen Verkehrsrichtung. Man misst in der Karte die Richtung der Fahrbahnen und nimmt den Kurs, der senkrecht dazu liegt: rwK = 166° [± 2°].

    Von dort rechnet man zum MgK zurück: Die Missweisung ist hier 0°, die Ablenkung wird in der Steuertafel für MgK ≈ 162° abgelesen (+4°).

    MgK=162°
    Abl=+4°
    mwK=166°
    Mw=0°
    rwK=166°

    Der KaK = 123° [± 1°] wird in der Karte von der angegebenen Ausgangsposition zur Tonne „Otzumer Balje“ gemessen. Gerechnet wird von unten nach oben: über BS, BW, Mw und Abl ergibt sich der MgK.

    BW ist positiv, weil der Wind aus E (ca. 090°) bei einem Kurs von etwa 123° von Backbord einfällt: Die Yacht wird nach Steuerbord versetzt. Bei einem Versatz nach Steuerbord durch Wind ist der Wert immer positiv zu rechnen. BS = 0°, weil Strom nicht berücksichtigt wird. Mw = 0° wie oben. Die Ablenkung wird für MgK ≈ 110° abgelesen (+9°).

    MgK=110°
    Abl=+9°
    mwK=119°
    Mw=0°
    rwK=119°
    BW=+4°
    KdW=123°
    BS=0°
    KaK=123°
  • Aufgabe 151 Punkt

    Bestimmen Sie die geschätzte Ankunftszeit, die Estimated Time of Arrival (ETA) an der Tonne „Otzumer Balje“ bei FüG = 6 kn. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    ETA = 15:33 BZ [± 2 min]

    Herleitung anzeigen

    Die Strecke hat zwei Teile (Aufgabe 14): vom Standort um 12:51 BZ über das VTG bis zur angenommenen Ausgangsposition (8,2 sm) und von dort bis zur Tonne „Otzumer Balje“ (8,0 sm). Beide Strecken misst man in der Karte am Breitenmaßstab.

    8,2 sm + 8,0 sm = 16,2 sm [± 0,2 sm]

    16,2 sm [± 0,2 sm] : 6 kn = 2 h 42 min [± 2 min]

    12:51 BZ + 2 h 42 min = 15:33 BZ [± 2 min]

  • Aufgabe 161 Punkt

    Es sollen die Stromverhältnisse an der Ansteuerungstonne „Otzumer Balje“ nach Seekarte ermittelt werden.

    Welchen Strom nach Richtung (StR) und Stärke (StG) entnehmen Sie der Seekarte an der Tonne „Otzumer Balje“ bei Erreichen? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    StR = 092° [Keine Toleranz]

    StG = 0,9 kn [Keine Toleranz]

    Herleitung anzeigen

    2. HWZ Helgoland 29.08.2013: 17:24 MEZ = 18:24 MESZ/BZ

    Alter der Gezeit: Nippzeit (NpZ)

    Strommesspunkt „A“

    15:33 BZ = 2 h 51 min vor HWZ Helgoland ≈ 3 h vor HWZ Helgoland

    Die Ankunftszeit 15:33 BZ kommt aus Aufgabe 15. Für diese Uhrzeit gilt das zweite Hochwasser des Tages (18:24 BZ), nicht das erste. Hier gilt die Stromangabe in der Seekarte, nicht der Gezeitenstromatlas. Am Strommesspunkt „A“ liest man in der Tabelle der Karte die Zeile „3 h vor HW Helgoland“ ab: Richtung und Stärke des Stroms.

  • Aufgabe 172 Punkte

    Um die Einlaufsituation besser abschätzen zu können, soll das Abendhochwasser für Spiekeroog und der zugehörige Tidenstieg ermittelt werden.

    Bestimmen Sie die Abendhochwasserzeit (HWZ). (1 Punkt)

    Bestimmen Sie den Tidenstieg (TS). (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • 2. HW Spiekeroog 29.08.2013: 18:24 MESZ/BZ [Keine Toleranz]

    • TS zum 2. HW Spiekeroog 29.08.2013 = 2,3 m [Keine Toleranz]

    Herleitung anzeigen

    Alter der Gezeit am 29.08.2013: Nippzeit (NpZ)

    Bezugsort ist Norderney, Anschlussort ist Spiekeroog. Zuerst das Abendhochwasser (2. HW) und das Niedrigwasser davor (1. NW) in Norderney, dann die Unterschiede (ZUG = Zeitunterschied der Gezeiten, HUG = Höhenunterschied der Gezeiten) für Spiekeroog, wie im Formblatt Gezeiten:

    2. HW Norderney 29.08.201316:55 MEZ2,9 m
    ZUG / HUG+00:29+0,3 m
    2. HW Spiekeroog 29.08.201317:24 MEZ = 18:24 MESZ/BZ3,2 m
    1. NW Norderney 29.08.2013–0,8 m
    HUG–+0,1 m
    1. NW Spiekeroog 29.08.2013–0,9 m

    Die Zeit steht in MEZ, die Bordzeit ist MESZ: 17:24 MEZ + 1 h = 18:24 BZ.

    Der Tidenstieg (TS) ist der Unterschied zwischen dem Hochwasser und dem Niedrigwasser davor, gerechnet für den Anschlussort: TS zum 2. HW Spiekeroog = 3,2 m − 0,9 m = 2,3 m.