Kartenaufgabe 3
18 Aufgaben, 30 Punkte, in der Prüfung 90 Minuten. Du bearbeitest die Aufgaben nacheinander. Nach jeder Aufgabe siehst du die amtliche Lösung und gibst dir selbst Punkte.
Lieber erklärt bekommen? Zu diesem Bogen gibt es eine Video-Anleitung auf YouTube vom Kanal McFly439.
Das brauchst du selbst
Seekarte, Begleitheft und Navigationsbesteck sind nicht Teil von SKS Lotse. Du bekommst sie im nautischen Fachhandel. Ohne sie lassen sich die Aufgaben nicht lösen.
- Übungskarte 49 (INT 1463), ohne Eintragungen
- Karte 1/INT 1 (Zeichen, Abkürzungen, Begriffe)
- Begleitheft für die Kartenaufgaben im Fach Navigation für den SKS (Ausgabe 2013)
- Navigationsbesteck: zwei Kursdreiecke und ein Zirkel
- Taschenrechner (nicht programmierbar)
- Bleistift, Radiergummi und Papier für das Stromdreieck
Ohne Konto wird nichts gespeichert: Antworten und Punkte sind weg, sobald du die Seite verlässt. Mit einem Konto kannst du unterbrechen und später weitermachen.
Kostenlos anmeldenHinweise zur Kartenaufgabe
Erlaubte Hilfsmittel: Übungskarte 49 (INT 1463), Karte 1/INT 1, Begleitheft für die Kartenaufgaben im Fach Navigation für den SKS (Ausgabe 2013), Taschenrechner (nicht programmiert und nicht programmierbar), Navigationsbesteck und Schreibgeräte. Für die Prüfung darf die Übungskarte 49 (INT 1463) keine Eintragungen und keine Markierungen enthalten. Gegebenenfalls sind in die Übungskarte eingetragene Kurse, Peilungen und Orte restlos auszuradieren. Die Karte 1/INT 1 und das Begleitheft dürfen ebenfalls keine Markierungen, zusätzlichen Eintragungen oder eingeklebten Reiter enthalten.
Hinweise: Die Schiffsorte sind in die Seekarte einzutragen und jeweils nach Breite und Länge anzugeben. Kurse und Peilungen sind ebenfalls in die Seekarte einzutragen und kaufmännisch auf volle Grade auf- bzw. abzurunden. Es ist die Norm DIN 13312 Navigation (soweit möglich) anzuwenden; es gilt die Steuertafel im Begleitheft. BW und BS (falls kein Stromdreieck zu zeichnen ist) werden als absolute Werte angegeben ( |BW| bzw. |BS| ), es ist jeweils das zugehörige Vorzeichen hinzuzufügen. Uhrzeiten sind in Bordzeit (BZ) anzugeben. Bei Feuern und Schifffahrtszeichen sind die deutschen Beschreibungen anzugeben; die Angabe von Abkürzungen reicht nicht aus. Erreichbare Punktzahl gesamt: 30 Punkte. Erreichbare Punktzahl je Aufgabe: Siehe entsprechende Punktvorgabe.
Gesetzliche Zeit (GZ) für 2013: MEZ bis 31.03.2013, 02:00 Uhr; dann MESZ bis 27.10.2013, 03:00 Uhr; danach MEZ.
Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Navigationsaufgaben SKS
Formblatt Gezeiten
Alle Aufgaben dieser Kartenaufgabe
Aufgabe 12 Punkte
Am 31.07.2013 will man mit einer Yacht von Helgoland nach Baltrum reisen. Man ermittelt überschlägig als Distanz 40 sm und rechnet mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von FüG = 5,3 kn. Man plant, mit dem Morgenhochwasser Helgoland auszulaufen. Bordzeit (BZ) ist gesetzliche Zeit (GZ).
Bestimmen Sie die geschätzte Ankunftszeit im Hafen von Baltrum (Estimated Time of Arrival = ETA). (2 Punkte)
Amtliche Lösung
HWZ Helgoland 31.07.2013: 05:45 MEZ = 06:45 MESZ/BZ [Keine Toleranz]
ETA = 14:18 BZ [Keine Toleranz]
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Abfahrt ist das Morgenhochwasser in Helgoland. Laut Gezeitentafel ist das am 31.07.2013 um 05:45 MEZ. Die Gezeitentafeln rechnen in MEZ, im Sommer gilt aber MESZ. Deshalb kommt eine Stunde dazu: 05:45 MEZ = 06:45 MESZ = 06:45 BZ.
t (Zeit in Stunden) = d (Distanz) / FüG (Geschwindigkeit) → 40 sm / 5,3 kn = 7,55 h = 7 h 33 min
ETA = Abfahrt + Fahrzeit → 06:45 BZ + 7 h 33 min = 14:18 BZ
Aufgabe 23 Punkte
Die Yacht verlässt den Hafen von Helgoland bereits um 05:00 BZ und steuert zwischen der Hauptinsel und der östlich vorgelagerten, sogenannten „Düne“ in nördlicher Richtung durch das betonnte Fahrwasser. Man befindet sich im Leitsektor „weiß“ des „Düne Oberfeuers“.
Beschreiben Sie dieses Leuchtfeuer und seine navigatorische Bedeutung vollständig nach Seekarte und Leuchtfeuerverzeichnis: – Kennung und Wiederkehr, Nenntragweite, – Höhe des Feuers über dem Wasser, Aussehen am Tage, Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden, – navigatorische Bedeutung. (3 Punkte)
Amtliche Lösung
Kennung: Gleichtaktfeuer bzw. Isophase, mit jeweils zwei weißen, roten und grünen Sektoren
Wiederkehr: 4 Sekunden
Nenntragweite: weiß 11 sm, rot 10 sm, grün 10 sm
Feuerhöhe über dem Wasser: 17 m
Aussehen am Tage: rotweißer waagerecht gestreifter runder Turm
Höhe des FT ü. Erdboden: 15 m
Navigatorische Bedeutung: Ein Leitfeuer für die Ansteuerung aus ca. SSW, ein Leitfeuer für die Ansteuerung aus ca. NW.
Das Oberfeuer bildet in Verbindung mit dem vorgelagerten Unterfeuer eine Richtfeuerlinie (020°) für aus ca. SSW einlaufende Schiffe.
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Kennung, Wiederkehr und Nenntragweite stehen in der Seekarte am Feuer, die übrigen Angaben im Leuchtfeuerverzeichnis.
Gleichtaktfeuer (Iso) heißt: Licht und Dunkelheit sind gleich lang. Bei einer Wiederkehr von 4 s ist das Feuer also 2 s hell und 2 s dunkel.
Ein Leitfeuer zeigt einen schmalen weißen Sektor mit einem roten und einem grünen Sektor daneben. Solange man weiß sieht, ist man im Fahrwasser. Rot oder grün zeigt an, nach welcher Seite man abgekommen ist. Das Düne Oberfeuer hat zwei solcher Leitsektoren, einen für die Ansteuerung aus SSW und einen aus NW. Deshalb gibt es je zwei weiße, rote und grüne Sektoren.
Zusammen mit dem Unterfeuer bildet es außerdem eine Richtfeuerlinie. Wer von SSW kommt, sieht beide Feuer übereinander und fährt damit auf der Linie 020°.
Aufgabe 31 Punkt
Entlang des Leitsektors, in dem man Helgoland verlässt, befindet sich in der Seekarte eingezeichnet eine unterbrochene grüne Linie mit kurzen senkrechten Strichen. Durch sie wird ein Gebiet eingegrenzt.
Erklären Sie die Bedeutung dieses Gebietes. (1 Punkt)
Amtliche Lösung
NSG = Naturschutzgebiet; Sperrgebiet, Einfahren verboten.
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Die Bedeutung dieser Linie steht in Karte 1/INT 1: Eine unterbrochene grüne Linie mit kurzen senkrechten Strichen begrenzt ein Naturschutzgebiet. In der Seekarte steht dazu „NSG“. Rund um Helgoland ist das Naturschutzgebiet ein Sperrgebiet, in das Fahrzeuge nicht einfahren dürfen. Deshalb muss die Yacht im weißen Leitsektor bleiben.
Aufgabe 41 Punkt
Die Wasserfläche im Bereich des Leitsektors „weiß“ ist in der Seekarte hellblau gefärbt.
Was bedeuten die so gefärbten Flächen in der Seekarte? (1 Punkt)
Amtliche Lösung
Kartentiefen [nicht Wassertiefen] in dieser Seekarte, bezogen auf LAT, zwischen 10 m und 20 m (in Verbindung mit den angegebenen Tiefenlinien)
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Die Seekarte färbt das Wasser nach seiner Tiefe: Je flacher es ist, desto kräftiger ist das Blau. Welche Farbe für welchen Tiefenbereich steht, ergibt sich aus den Tiefenlinien am Rand der Fläche. Hier liegt die hellblaue Fläche zwischen der 10-m- und der 20-m-Linie.
Die Zahlen sind Kartentiefen, keine Wassertiefen. Eine Kartentiefe ist auf LAT bezogen (Lowest Astronomical Tide, das niedrigste Niedrigwasser, das nach den Gezeiten zu erwarten ist). Die tatsächliche Wassertiefe ist fast immer größer: Kartentiefe plus aktuelle Höhe der Gezeit.
Aufgabe 51 Punkt
Um 06:01 BZ steht die Yacht bei der Tonne „Nathurn-N“.
Wie setzt dort zu dieser Zeit der Strom in Richtung (StR) und Stärke (StG) nach Seekarte? (1 Punkt)
Amtliche Lösung
StR = 085° [Keine Toleranz]
StG = 0,5 kn [Keine Toleranz]
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Magentafarbene Raute „B“ der Gezeitenstromangabe
HWZ Helgoland 31.07.2013: 05:45 MEZ = 06:45 MESZ/BZ
Alter der Gezeit: Nippzeit (NpZ)
06:01 BZ = 44 min vor HWZ Helgoland ≈ 1 h vor HWZ Helgoland
Aufgabe 62 Punkte
Von der Tonne „Nathurn-N“ wird der Kartenkurs KaK = 235° abgesetzt. Man koppelt mit FüG = 5,7 kn.
Bestimmen Sie den Koppelort (Ok) für 07:00 BZ. (2 Punkte)
Amtliche Lösung
Ok 07:00 BZ: φ = 54°10,2′ N, λ = 007°41,2′ E [± 0,2′]
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Koppelzeit von 06:01 BZ bis 07:00 BZ: 59 min
d (Distanz) = FüG (Geschwindigkeit) · t (Zeit) → 5,7 kn · 59 min / 60 min = 5,6 sm
Von der Tonne „Nathurn-N“ aus 5,6 sm auf KaK = 235° abtragen: Der Endpunkt ist der Koppelort.
Aufgabe 72 Punkte
Um 07:00 Uhr BZ peilt man mit dem Steuerkompass die Tonne „E 2“ in MgP = 150° (anl. MgK = 237°) und nahezu zeitgleich ermittelt man mit dem Radar in der relativen Darstellungsart „Head-Up“ ein Echo in der Radar-Seitenpeilung RaSP = 044°. Dieses Echo ist auf dem Radarbildschirm zusätzlich mit einem langen Strich gekennzeichnet (= Morsebuchstabe Tango „T“). Bei dieser Peilung liegt MgK = 231° an.
Welches Echo hat man mit dem Radar gepeilt? (1 Punkt)
Bestimmen Sie die rechtweisenden Peilungen (rwP). (1 Punkt)
Amtliche Lösung
Radarecho = Großtonne GB mit Racon T (auch richtig: unbemanntes rotes Schiff GB mit Racon T)
rwP Großtonne „GB“ = 279° [Keine Toleranz]
rwP Tonne „E 2“ = 153° [Keine Toleranz]
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Ein Racon ist eine Radarbake, die auf das Radar antwortet und dort ein Morsezeichen hinter das Echo zeichnet. Ein langer Strich ist das „T“. In der Seekarte steht „Racon (T)“ an der Großtonne GB, deshalb ist sie das gepeilte Echo.
Bei „Head Up“ ist die Radar-Seitenpeilung auf den Bug bezogen: RaSP + MgK = MgP (044° + 231° = 275°).
Die Ablenkung hängt vom anliegenden Kurs ab, nicht von der Peilung. Sie wird deshalb in der Steuertafel für MgK = 231° (+3°) bzw. MgK = 237° (+2°) abgelesen.
Großtonne GB E 2 RaSP = 044° MgK = 231° MgP = 275° 150° Abl = +3° +2° mwP = 278° 152° Mw = +1° +1° rwP = 279° 153° Aufgabe 82 Punkte
Bestimmen Sie den beobachteten Ort (Ob) für 07:00 BZ. (2 Punkte)
Amtliche Lösung
Ob 07:00 BZ: φ = 54°09,4′ N, λ = 007°41,8′ E [± 0,2′]
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Ob: Die Gegenpeilungen aus Aufgabe 7 einzeichnen, von der Großtonne GB 099° (279° − 180°) und von der Tonne „E 2“ 333° (153° + 180°). Der Schnittpunkt ist der beobachtete Ort.
Aufgabe 91 Punkt
Bestimmen Sie die Besteckversetzung (BV). (1 Punkt)
Amtliche Lösung
BV = 157° / 0,9 sm [± 20° / ± 0,2 sm]
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BV: Die Besteckversetzung ist der Weg vom Koppelort (Ok aus Aufgabe 6) zum beobachteten Ort (Ob aus Aufgabe 8). Richtung und Länge dieser Strecke in der Karte abgreifen.
Aufgabe 101 Punkt
Am Ob werden um 07:00 BZ die Stromverhältnisse ermittelt.
Wie setzt dort zu dieser Zeit der Strom in Richtung (StR) und Stärke (StG) nach Seekarte? (1 Punkt)
Amtliche Lösung
StR = 100° [Keine Toleranz]
StG = 0,3 kn [Keine Toleranz]
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Magentafarbene Raute „D“ der Gezeitenstromangabe
HWZ Helgoland 31.07.2013: 05:45 MEZ = 06:45 MESZ/BZ
Alter der Gezeit: Nippzeit (NpZ)
07:00 BZ = 15 min nach HWZ Helgoland ≈ HWZ Helgoland
Aufgabe 111 Punkt
In den nächsten zwei Stunden bis 09:00 BZ soll das Verkehrstrennungsgebiet (VTG) „Jade Approach“ gequert werden. Dabei wird als nächstes der Wegpunkt 1 (WPT 1): φ = 54°05,0‘N, λ = 007°36,0‘E angesteuert, den man gegen 08:00 BZ erreicht. Vom WPT 1 aus soll das VTG „Jade Approach“ den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) entsprechend gequert werden.
Bestimmen Sie den rechtweisenden Kurs (rwK). (1 Punkt)
Amtliche Lösung
rwK = 241° [± 2°]
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„Festgelegte Verkehrsrichtung“ ist unter Berücksichtigung der nächstgelegenen magentafarbenen Pfeile ca. 331°, Queren Kielrichtung im rechten Winkel: 331° − 90° = 241°.
Nach den KVR (Regel 10) quert man ein Verkehrstrennungsgebiet möglichst mit der Kielrichtung im rechten Winkel zur Verkehrsrichtung. Es zählt der Kurs durchs Wasser, nicht der Weg über Grund. So ist man am kürzesten im VTG, und die Schiffe darin erkennen das Queren sofort. Die Yacht will nach SW, deshalb wird 90° abgezogen und nicht addiert.
Aufgabe 122 Punkte
Gegen 08:00 beginnt der Strom zu kentern. Für das Queren des VTG von 08:00 BZ bis 09:00 BZ koppelt man mit FüG = 5,7 kn.
Mit welchem Strom nach Richtung (StR) und Stärke (StG) rechnen Sie nach dem Queren um 09:00 BZ nach Gezeitenstromatlas? (2 Punkte)
Amtliche Lösung
StR = 295° [± 10°]
StG = 0,4 kn [Keine Toleranz]
Herleitung anzeigen
HWZ Helgoland 31.07.2013: 05:45 MEZ = 06:45 MESZ/BZ
Alter der Gezeit: Nippzeit (NpZ)
Position um 09:00 BZ für Stromatlas: ca. φ = 54°02,2‘N, λ = 007°27,6‘E
09:00 BZ = 2 h 15 min nach HWZ Helgoland ≈ 2 h nach HWZ Helgoland
Die Position ergibt sich durch Koppeln: Von WPT 1 aus wird eine Stunde lang mit FüG = 5,7 kn auf rwK = 241° (aus Aufgabe 11) gefahren, das sind 5,7 sm. Im Gezeitenstromatlas schlägt man die Karte „2 Stunden nach Hochwasser Helgoland“ auf. An dieser Position liest man Richtung und Stärke des Stroms ab, für Nippzeit.
Aufgabe 131 Punkt
Nach der Querung des VTG, bei der man offensichtlich deutlich in NW-liche Richtung versetzt wurde, steht man auf folgender GPS-Position: φ = 54°04,8‘N, λ = 007°27,2‘E. Die Position wird als WPT 2 in die Karte eingetragen. In der Seekarte ist an dieser Stelle magentafarben „DW“ mit Anker eingetragen.
Erläutern Sie die Karteneintragung an dieser Stelle. (1 Punkt)
Amtliche Lösung
Tiefwasserankergebiet (Ankergebiet für tiefgehende Schiffe).
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Die Zeichen stehen in Karte 1/INT 1: Ein magentafarbener Anker kennzeichnet einen Ankerplatz bzw. ein Ankergebiet. „DW“ steht für „Deep Water“, also tiefes Wasser. Zusammen bedeuten sie ein Ankergebiet für Schiffe mit großem Tiefgang. Hier warten zum Beispiel große Schiffe darauf, nach Jade, Weser oder Elbe einzulaufen.
Aufgabe 142 Punkte
Vom WPT 2 aus steuert die Yacht auf eine Tonne zu, die sich SSW-lich befindet und bei einer durchschnittlichen FüG = 6,5 kn in weniger als einer Stunde erreicht wird.
Beschreiben Sie diese Tonne vollständig (Name, Kennung und Wiederkehr, Aussehen am Tage). (1 Punkt)
Welche navigatorische Bedeutung hat dieses Schifffahrtszeichen? (1 Punkt)
Amtliche Lösung
Name: Tonne „TG 16/Reede“
Kennung: rotes unterbrochenes Feuer mit 3 Gruppen bzw. Group Occulting (3) red
Wiederkehr: 12 s
Form: Bakentonne
Farbe: rot
kein Toppzeichen
Bedeutung:
– N-liche Begrenzung des VTG „Terschelling – German Bight“ [angezeigt durch „TG 16“],
– SW-liche Begrenzung der Tiefwasserreede [angezeigt durch „Reede“].
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In weniger als einer Stunde schafft die Yacht mit FüG = 6,5 kn weniger als 6,5 sm. Die gesuchte Tonne liegt also in der Karte SSW-lich von WPT 2, nicht weiter als 6,5 sm entfernt. Das ist die Tonne „TG 16/Reede“.
Kennung und Wiederkehr stehen in der Seekarte an der Tonne: „Oc(3) R 12s“. Unterbrochenes Feuer (Oc) heißt: Das Licht brennt länger, als es dunkel ist, und wird kurz unterbrochen. Hier sind es 3 Unterbrechungen in einer Gruppe, die sich alle 12 Sekunden wiederholt.
Die Bedeutung zeigt der Name: „TG“ ist das VTG „Terschelling – German Bight“, „Reede“ die Tiefwasserreede aus Aufgabe 13. Die Tonne begrenzt beides, das VTG an seiner N-Seite und die Reede an ihrer SW-Seite.
Aufgabe 152 Punkte
Bestimmen Sie den Kartenkurs (KaK) vom WPT 2 zur Tonne nach Aufgabe 14. (1 Punkt)
Bestimmen Sie die Distanz (d) vom WPT 2 zur Tonne nach Aufgabe 14. (1 Punkt)
Amtliche Lösung
KaK = 200° [± 1°]
d = 4,6 sm [± 0,1 sm]
Aufgabe 163 Punkte
Für die Strecke zur Tonne nach Aufgabe 14 rechnet man mit einem mittleren Strom von: StR = 055° und StG = 1,4 kn. Wegen des böigen NW-Windes hält man 3° vor (|BW| = 3°), als Geschwindigkeit wird FdW = 6,5 kn angenommen. Man steuert den ermittelten KaK aus Aufgabe 15.
Zeichnen Sie ein Stromdreieck (Maßstab: 1 cm entspricht 1 kn) und beschriften Sie es vollständig mit Bezeichnung der Vektoren, mit deren Werten und Maßeinheiten. (1 Punkt)
Bestimmen Sie den Magnetkompasskurs (MgK). (1 Punkt)
Bestimmen Sie die Fahrt über Grund (FüG). (1 Punkt)
Amtliche Lösung
Stromdreieck
MgK = 202° [± 1°]
FüG = 5,3 kn [± 0,1 kn]
Herleitung anzeigen
So entsteht das Stromdreieck: Vom Startpunkt den Stromvektor zeichnen (055°, 1,4 cm). Um seine Spitze einen Kreis mit dem Radius FdW = 6,5 cm schlagen. Wo der Kreis die KüG-Linie (200°, der KaK aus Aufgabe 15) schneidet, endet der KdW-Vektor. Abgelesen werden KdW = 207° und FüG = 5,3 kn.
Gerechnet wird wieder von unten nach oben: Der KüG = 200° ist vorgegeben, über BS, BW, Mw und Abl ergibt sich der MgK.
BS kommt aus dem Stromdreieck: BS = KüG − KdW = 200° − 207° = −7° [± 1°, zeichnerische Toleranz].
BW ist negativ, weil der Wind aus NW (ca. 315°) bei einem Kurs von etwa 207° von Steuerbord einfällt: Die Yacht wird nach Backbord versetzt. Bei einem Versatz nach Backbord durch Wind ist der Wert immer negativ zu rechnen.
MgK = 202° Abl = +7° mwK = 209° Mw = +1° rwK = 210° BW = −3° KdW = 207° BS = −7° KüG = 200° Bei KaK = 199° oder 201° ändern sich KdW sowie rwK, MwK und MgK entsprechend, zuzüglich der zeichnerischen Toleranz.
Aufgabe 171 Punkt
Auf ca. φ = 53°58,2‘N, λ = 007°38,8‘E befindet sich die Tonne „Jade-Weser“.
Welche navigatorische Bedeutung hat diese Tonne? (1 Punkt)
Amtliche Lösung
Ansteuerungstonne zu den Fahrwassern Jade und Weser (Mitte-Fahrwasser-Zeichen).
Herleitung anzeigen
Die Tonne ist in der Seekarte rot-weiß senkrecht gestreift, das ist ein Mitte-Fahrwasser-Zeichen. Es zeigt, dass ringsum sicheres Wasser ist. Meist markiert es den Anfang eines Fahrwassers oder dessen Mitte. Der Name zeigt, welche Fahrwasser hier beginnen: Jade und Weser. Deshalb ist es die Ansteuerungstonne für beide.
Aufgabe 182 Punkte
Auf dem Weg nach Baltrum erhält man die Meldung, dass keine Liegeplätze mehr vorhanden sind. Man entschließt sich, den Hafen von Langeoog anzusteuern. Um die Einlaufsituation besser abschätzen zu können, sollen das Nachmittagshochwasser für Langeoog am 31.07.2013 und der dazugehörige Tidenstieg ermittelt werden.
Bestimmen Sie die Nachmittagshochwasserzeit (HWZ). (1 Punkt)
Bestimmen Sie den Tidenstieg (TS). (1 Punkt)
Amtliche Lösung
HWZ = 19:11 MESZ/BZ [Keine Toleranz]
TS = 2,2 m [Keine Toleranz]
Herleitung anzeigen
Alter der Gezeit am 31.07.2013: Nippzeit (NpZ)
Langeoog ist ein Anschlussort von Norderney: Zeit und Höhe von Norderney plus die Unterschiede ZUG/HUG.
2. HW Norderney 31.07.2013 17:45 MEZ 2,9 m ZUG / HUG +00:26 +0,2 m 2. HW Langeoog 31.07.2013 18:11 MEZ 3,1 m Die Gezeitentafel ist in MEZ angegeben. Am 31.07.2013 gilt MESZ, also +1 h: 18:11 MEZ = 19:11 MESZ/BZ.
Der Tidenstieg ist der Höhenunterschied vom vorangehenden Niedrigwasser zum Hochwasser. Vor dem 2. HW liegt das 1. NW.
1. NW Norderney 31.07.2013 0,8 m HUG +0,1 m 1. NW Langeoog 31.07.2013 0,9 m TS = HWH − NWH = 3,1 m − 0,9 m = 2,2 m
