Kartenaufgabe 7

Büsum → Wangerooge

18 Aufgaben, 30 Punkte, in der Prüfung 90 Minuten. Du bearbeitest die Aufgaben nacheinander. Nach jeder Aufgabe siehst du die amtliche Lösung und gibst dir selbst Punkte.

Lieber erklärt bekommen? Zu diesem Bogen gibt es eine Video-Anleitung auf YouTube vom Kanal McFly439.

Das brauchst du selbst

Seekarte, Begleitheft und Navigationsbesteck sind nicht Teil von SKS Lotse. Du bekommst sie im nautischen Fachhandel. Ohne sie lassen sich die Aufgaben nicht lösen.

  • Übungskarte 49 (INT 1463), ohne Eintragungen
  • Karte 1/INT 1 (Zeichen, Abkürzungen, Begriffe)
  • Begleitheft für die Kartenaufgaben im Fach Navigation für den SKS (Ausgabe 2013)
  • Navigationsbesteck: zwei Kursdreiecke und ein Zirkel
  • Taschenrechner (nicht programmierbar)
  • Bleistift, Radiergummi und Papier für das Stromdreieck

Ohne Konto wird nichts gespeichert: Antworten und Punkte sind weg, sobald du die Seite verlässt. Mit einem Konto kannst du unterbrechen und später weitermachen.

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Hinweise zur Kartenaufgabe

Erlaubte Hilfsmittel: Übungskarte 49 (INT 1463), Karte 1/INT 1, Begleitheft für die Kartenaufgaben im Fach Navigation für den SKS (Ausgabe 2013), Taschenrechner (nicht programmiert und nicht programmierbar), Navigationsbesteck und Schreibgeräte. Für die Prüfung darf die Übungskarte 49 (INT 1463) keine Eintragungen und keine Markierungen enthalten. Gegebenenfalls sind in die Übungskarte eingetragene Kurse, Peilungen und Orte restlos auszuradieren. Die Karte 1/INT 1 und das Begleitheft dürfen ebenfalls keine Markierungen, zusätzlichen Eintragungen oder eingeklebten Reiter enthalten.

Hinweise: Die Schiffsorte sind in die Seekarte einzutragen und jeweils nach Breite und Länge anzugeben. Kurse und Peilungen sind ebenfalls in die Seekarte einzutragen und kaufmännisch auf volle Grade auf- bzw. abzurunden. Es ist die Norm DIN 13312 Navigation (soweit möglich) anzuwenden; es gilt die Steuertafel im Begleitheft. BW und BS (falls kein Stromdreieck zu zeichnen ist) werden als absolute Werte angegeben ( |BW| bzw. |BS| ), es ist jeweils das zugehörige Vorzeichen hinzuzufügen. Uhrzeiten sind in Bordzeit (BZ) anzugeben. Bei Feuern und Schifffahrtszeichen sind die deutschen Beschreibungen anzugeben; die Angabe von Abkürzungen reicht nicht aus. Erreichbare Punktzahl gesamt: 30 Punkte. Erreichbare Punktzahl je Aufgabe: Siehe entsprechende Punktvorgabe.

Gesetzliche Zeit (GZ) für 2013: MEZ bis 31.03.2013, 02:00 Uhr; dann MESZ bis 27.10.2013, 03:00 Uhr; danach MEZ.

Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Navigationsaufgaben SKS

Formblatt Gezeiten
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Alle Aufgaben dieser Kartenaufgabe

  • Aufgabe 11 Punkt

    Eine Yacht verlässt am 10. Juni 2013 am späten Vormittag den Hafen von Büsum mit dem Ziel Wangerooge. Tiefgang 1,8 m. Wind SE Bft 3. Bordzeit = MESZ.

    Stellen Sie fest, mit welcher/n Missweisung/en im Verlaufe der gesamten Reise gerechnet werden muss. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Man rechnet während der gesamten Reise mit Mw = +1°.

    Herleitung anzeigen

    Die Missweisung steht in der Kompassrose der Karte. Sie gilt dort für das Jahr 2010, die jährliche Änderung steht in Klammern dahinter. Die Reise ist 2013, also kommen 3 Jahre Änderung dazu. Auf der Reise liegen zwei Kartenbereiche mit verschiedenen Werten.

    Etwa bis zur Elbmündung

    Mw 2010=0° 45' E
    jährliche Änderung × 3 (5' E × 3)=15' E
    Mw=1° 00' E

    Von der Elbmündung bis Wangerooge

    Mw 2010=0° 50' E
    jährliche Änderung × 3 (5' E × 3)=15' E
    Mw=1° 05' E

    Kurse werden auf volle Grade gerundet, und beide Werte ergeben 1°. Östliche Missweisung ist positiv (rwK = mwK + Mw). Man rechnet daher auf der ganzen Reise mit Mw = +1°.

  • Aufgabe 21 Punkt

    In welcher Seekarte beginnen Sie die Reise in Büsum? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Beginn der Reise in der Seekarte 105.

    Herleitung anzeigen

    Die Nummer steht nicht in der Aufgabe, man liest sie in der Karte ab. Eine Seekarte verzeichnet die Gebiete der großmaßstäbigen Karten mit deren Nummer. Büsum liegt im Gebiet der Seekarte 105, die den Hafen und seine Ansteuerung genauer zeigt als die Übungskarte.

  • Aufgabe 31 Punkt

    Man fährt im Fahrwasser seewärts und steht um 12:00 Uhr Bordzeit auf φ = 54° 06,0’ N λ = 008° 30,0’ E. Von hier aus wird der Kurs auf die Tonne „Süderpiep“ (WPT 1) abgesetzt und der Karte mit KaK = 266° entnommen. FdW = 5,0 kn. Wegen des SE-Windes hält man 3° vor, |BW| = 3°. Strom wird nicht berücksichtigt (|BS| = 0°).

    Bestimmen Sie den MgK. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    MgK = 266°

    Herleitung anzeigen

    Gerechnet wird von unten nach oben: Der KaK (266°) ist gegeben, daraus ergibt sich über BS, BW, Mw und Abl der MgK. In dieser Richtung werden die Beschickungen mit umgekehrtem Vorzeichen angebracht (z. B. rwK = KdW − BW = 266° − 3° = 263°).

    BS = 0°, weil Strom nicht berücksichtigt wird. BW ist positiv, weil der Wind aus SE (ca. 135°) bei einem Kurs von etwa 266° von Backbord einfällt: Die Yacht wird nach Steuerbord versetzt. Bei einem Versatz nach Steuerbord durch Wind ist der Wert immer positiv zu rechnen. Man hält 3° gegen den Wind vor, also nach Backbord, und deshalb ist der rwK 3° kleiner als der KdW. Mw = +1° (Aufgabe 1).

    Die Ablenkung gilt für den MgK. Sie wird deshalb in der Steuertafel für MgK ≈ 266° abgelesen (−4°).

    MgK=266°
    Abl=−4°
    mwK=262°
    Mw=+1°
    rwK=263°
    BW=+3°
    KdW=266°
    BS=0°
    KaK=266°
  • Aufgabe 42 Punkte

    Nach etwa 1,5 sm passieren Sie gleichzeitig an Steuerbord und an Backbord eine rote und eine grüne Tonne.

    Beschreiben Sie die navigatorische Bedeutung dieser Seezeichen. (1 Punkt)

    Nach welchem Betonnungssystem sind sie ausgelegt? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • Die grüne Tonne an der Bb.-Seite der Yacht ist die erste Tonne (SP 1) an der Stb.-Seite des Südfahrwassers nach Büsum (Stb.-Seite des Fahrwassers ungerade Zahlen).

      Die rote Tonne an der Stb.-Seite der Yacht ist die erste Tonne (SP 2) an der Bb.-Seite des Südfahrwassers nach Büsum (Bb.-Seite des Fahrwassers gerade Zahlen).

    • Diese Tonnen sind nach dem Lateralsystem (Seitenbezeichnung) ausgelegt.

    Herleitung anzeigen

    Seitenzeichen (Lateralsystem) begrenzen ein Fahrwasser links und rechts. Maßgebend ist die Einlaufrichtung, also von See zum Hafen. An der Backbordseite stehen rote Tonnen mit geraden Nummern, an der Steuerbordseite grüne Tonnen mit ungeraden Nummern. Die Nummern zählen in Einlaufrichtung hoch.

    Die Yacht fährt seewärts, also entgegen der Einlaufrichtung. Aus ihrer Sicht liegt deshalb Grün an Backbord und Rot an Steuerbord, im Fahrwasser nach Büsum ist es umgekehrt. Weil beide Tonnen gleichzeitig querab liegen und die Nummern 1 und 2 tragen (SP 1, SP 2), sind es die ersten Tonnen des Fahrwassers.

  • Aufgabe 53 Punkte

    Um 12:40 Uhr passieren Sie die Tonne „Süderpiep“ eben an Backbord. Von der Tonne werden Kurse wie folgt abgesetzt: – Position 1 sm W-lich Tonne „Außenelbe-Reede 1“ (WPT 2) – Tonne „ST“ in der Mündung „Alte Weser“ (WPT 3) – Ansteuerungstonne „Harle“ vor Wangerooge (WPT 4)

    Bestimmen Sie die entsprechenden Kartenkurse (KaK) und Distanzen (d). (3 Punkte)

    Amtliche Lösung

    • Zur Position 1 sm W-lich Tonne „Außenelbe-Reede 1“ (WPT 2): KaK = 252° [± 1°]

      d = 12,7 sm [± 0,1 sm]

    • Zur Tonne „ST“ (WPT 3): KaK = 228° [± 1°]

      d = 8,2 sm [± 0,1 sm]

    • Zur Tonne „Harle“ (WPT 4): KaK = 206° [± 1°]

      d = 7,8 sm [± 0,1 sm]

    Herleitung anzeigen

    Die Kurse liegen als Linienzug hintereinander: Süderpiep → WPT 2 → WPT 3 → WPT 4. Jeder Kurs beginnt am vorigen Wegpunkt (das zeigen auch die Aufgaben 12 und 14, die vom WPT 2 bzw. WPT 3 aus weitergehen). WPT 2 liegt 1 sm westlich der Tonne „Außenelbe-Reede 1“, diese Strecke wird mit dem Zirkel an der Breitenskala (seitlicher Kartenrand) abgegriffen.

    Der Kartenkurs (KaK) ist der in der Karte gemessene, rechtweisende Kurs, ohne jede Beschickung, auf volle Grade gerundet. Die Distanz wird mit dem Zirkel an der Breitenskala abgegriffen: 1 sm entspricht 1 Breitenminute. Die Längenskala darf dafür nicht benutzt werden.

  • Aufgabe 61 Punkt

    Wann wird man die Tonne „Harle“ (WPT 4) bei FüG = 5,0 kn erreichen? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Reisedauer = 5 h 44 min [± 4 min]

    Ankunft WPT 4 = 18:24 BZ [± 4 min]

    Herleitung anzeigen

    Die Gesamtdistanz ist die Summe der drei Teilstrecken aus Aufgabe 5.

    Süderpiep bis WPT 212,7 sm
    WPT 2 bis WPT 38,2 sm
    WPT 3 bis WPT 47,8 sm
    d (gesamt)28,7 sm

    Reisedauer: t (Zeit in Stunden) = d (Distanz) / FüG (Geschwindigkeit) = 28,7 sm / 5,0 kn, mal 60 für Minuten: 28,7 sm / 5,0 kn · 60 = 344 min. Das sind 5 · 60 = 300 min plus 44 min, also 5 h 44 min.

    Gestartet wird an der Tonne „Süderpiep“ um 12:40 BZ (Aufgabe 5). Ankunft = 12:40 BZ + 5 h 44 min = 18:24 BZ.

  • Aufgabe 71 Punkt

    Durch die Position der Tonne „Süderpiep“ verläuft in NNE-licher bzw. SSW-licher Richtung eine magentafarbene Linie mit angesetzten Dreiecken in E-licher Richtung und einem Kreis am unteren Ende.

    Welche Bedeutung haben diese Linie und der Kreis? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Gerade Basislinie mit Basispunkt (Kreis).

    Herleitung anzeigen

    Das Zeichen steht in Karte 1/INT 1 bei den Grenzen. Die gerade Basislinie verbindet Basispunkte (Kreise) entlang der Küste, hier endet sie im Süden an einem Basispunkt. Von ihr aus wird die Breite des Küstenmeeres gemessen (12 sm). Die Dreiecke zeigen zur Landseite, hier nach Osten zur Küste hin. Landwärts der Linie liegen die inneren Gewässer.

  • Aufgabe 82 Punkte

    Man möchte an der Tonne „Süderpiep“ die Stromverhältnisse abschätzen.

    Mit welchem Strom nach Richtung (StR) und Stärke (StG) rechnen Sie um 12:40 BZ im Bereich der Tonne „Süderpiep“ nach Gezeitenstromatlas? (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    StR = 103° [± 20°]

    StG = 0,9 kn [± 0,2 kn]

    Herleitung anzeigen

    HWZ Helgoland 10.06.2013: 12:58 MEZ = 13:58 MESZ/BZ

    Alter der Gezeit: Springzeit (SpZ)

    12:40 BZ = 1 h 18 min vor HWZ Helgoland ≈ 1 h vor HWZ Helgoland

    Position: Tonne „Süderpiep“ (ca. 54° 06’ N 008° 26’ E)

    Im Gezeitenstromatlas schlägt man die Karte „1 Stunde vor Hochwasser Helgoland“ auf, die nächstliegende zu 1 h 18 min. An der Position der Tonne liest man Richtung und Stärke des Stroms ab, für Springzeit: StR = 103°, StG = 0,9 kn.

  • Aufgabe 92 Punkte

    Nach dem Passieren der Tonne „Süderpiep“ um 12:40 BZ ändert man Kurs auf den WPT 2. Es wird etwas diesig, das GPS Gerät ist ausgefallen. Man koppelt in der Seekarte mit FüG = 4,5 kn. Strom und Wind werden nicht berücksichtigt.

    Bestimmen Sie den Koppelort (Ok) für 13:49 BZ (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    Ok 13:49 BZ: φ = 54° 04,2’ N, λ = 008° 17,3’ E [± 0,2’]

    Herleitung anzeigen

    Koppelzeit von 12:40 BZ bis 13:49 BZ: 1 h 09 min = 69 min

    d (Distanz) = FüG (Geschwindigkeit) · t (Zeit) → 4,5 kn · 69 min / 60 min = 5,175 sm ≈ 5,2 sm

    Von der Tonne „Süderpiep“ aus 5,2 sm auf dem KaK = 252° abtragen, dem Kurs zum WPT 2 aus Aufgabe 5 (Distanz mit dem Zirkel an der Breitenskala). Weil weder Strom noch Wind berücksichtigt werden, ist der Kartenkurs auch der Kurs über Grund. Der Endpunkt ist der Koppelort, seine Koordinaten werden an den Kartenrändern abgelesen.

  • Aufgabe 103 Punkte

    Um 13:49 BZ kommt an Backbord ein rot-weißer TURM (ehemaliger Leuchtturm Großer Vogelsand φ = 53° 59,8’ N λ = 008° 28,7’ E) in Sicht, den man wie folgt über den Steuerkompass peilt: MgP = 124°, anl. MgK = 250°. Nahezu zeitgleich peilt man mit dem Radargerät in der relativen Darstellungsart „Head-Up“ das Raconsignal (T) der Elbe Ansteuerungstonne in der Radarseitenpeilung (RaSP) = 350°, anl. MgK = 253°.

    Bestimmen Sie die rechtweisenden Peilungen. (1 Punkt)

    Bestimmen Sie den beobachteten Ort (Ob) für 13:49 BZ. (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    • rwP Turm „Großer Vogelsand“ = 125°

      rwP Racon Elbe Ansteuerungstonne = 243°

    • Ob 13:49 BZ: φ = 54° 03,7’ N, λ = 008° 18,9’ E [± 0,2’]

    Herleitung anzeigen

    Bei „Head Up“ ist die Radar-Seitenpeilung auf den Bug bezogen: RaSP + MgK = MgP (350° + 253° = 603° − 360° = 243°). Der Turm wurde über den Steuerkompass gepeilt, seine MgP (124°) ist schon gegeben.

    Die Ablenkung hängt vom anliegenden Kurs ab, nicht von der Peilung. Sie wird deshalb in der Steuertafel für MgK = 253° (−1°) bzw. MgK = 250° (0°) abgelesen.

    Racon Elbe-Tn.Turm Gr. Vogelsand
    RaSP=350°
    MgK=253°
    MgP=243°124°
    Abl=−1°0°
    mwP=242°124°
    Mw=+1°+1°
    rwP=243°125°

    Ob: Die Gegenpeilungen einzeichnen, vom Turm „Großer Vogelsand“ 305° (125° + 180°) und von der Racon der Elbe-Ansteuerungstonne 063° (243° − 180°). Der Schnittpunkt ist der beobachtete Ort.

  • Aufgabe 111 Punkt

    Bestimmen Sie die Besteckversetzung (BV). (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    BV = 119° / 1,0 sm [± 20° / ± 0,2 sm]

    Herleitung anzeigen

    BV: Die Besteckversetzung ist der Weg vom Koppelort (Ok aus Aufgabe 9) zum beobachteten Ort (Ob aus Aufgabe 10). Richtung und Länge dieser Strecke in der Karte abgreifen. Sie zeigt, wie weit Strom, Wind und andere Einflüsse das Schiff vom gekoppelten Ort weggebracht haben.

  • Aufgabe 123 Punkte

    Man steuert etwas auf und erreicht um 15:28 BZ den WPT 2. Man ändert jetzt Kurs auf die Tonne „ST“ (WPT 3, siehe Aufg. 5). Wegen des zunehmenden SE-Windes hält man jetzt 5° vor, |BW| = 5°. Außerdem berücksichtigt man einen Strom StR = 270° und StG = 1 kn. Die Logge zeigt FdW = 5,6 kn.

    Zeichnen Sie ein Stromdreieck (Maßstab: 1 kn entspricht 1 cm) und beschriften Sie es vollständig mit Bezeichnung der Vektoren, mit deren Werten und Maßeinheiten. (1 Punkt)

    Bestimmen Sie den Magnetkompasskurs (MgK). (1 Punkt)

    Bestimmen Sie die Fahrt über Grund (FüG). (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    • Stromdreieck

    • MgK = 209° [± 1°*]

      *Werte ändern sich entsprechend zuzüglich entsprechender Toleranz.

    • FüG = 6,3 kn [± 0,1 kn]

    Herleitung anzeigen

    So entsteht das Stromdreieck: Vom Startpunkt den Stromvektor zeichnen (270°, 1,0 cm). Um seine Spitze einen Kreis mit dem Radius FdW = 5,6 cm schlagen. Wo der Kreis die KüG-Linie (228°) schneidet, endet der KdW-Vektor. Abgelesen werden KdW = 221° und FüG = 6,3 kn.

    Gerechnet wird wieder von unten nach oben: Der KüG = 228° ist vorgegeben (der KaK von WPT 2 nach WPT 3 aus Aufgabe 5), über BS, BW, Mw und Abl ergibt sich der MgK.

    BS kommt aus dem Stromdreieck: BS = KüG − KdW = 228° − 221° = +7° [± 1°, zeichnerische Toleranz].

    BW ist positiv, weil der SE-Wind (ca. 135°) bei einem Kurs von etwa 228° von Backbord einfällt: Die Yacht wird nach Steuerbord versetzt. Bei einem Versatz nach Steuerbord durch Wind ist der Wert immer positiv zu rechnen.

    Die Ablenkung gilt für den MgK. Sie wird deshalb in der Steuertafel für MgK ≈ 209° abgelesen (+6°). Auch Abl = +7° ist zu akzeptieren.

    MgK=209°
    Abl=+6°
    mwK=215°
    Mw=+1°
    rwK=216°
    BW=+5°
    KdW=221°
    BS=+7°
    KüG=228°
  • Aufgabe 131 Punkt

    Gegen 16:48 BZ erreicht man die Tonne „ST“.

    Stellen Sie mit den in der Seekarte verfügbaren Möglichkeiten fest, welcher Gezeitenstrom beim Passieren der Tonne „ST“ zu erwarten ist. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    StR = 291° [Keine Toleranz]

    StG = 1,1 kn [Keine Toleranz]

    Herleitung anzeigen

    Magentafarbene Raute „F“ der Gezeitenstromangabe (Strommesspunkt in der Nähe der Tonne „ST“)

    HWZ Helgoland 10.06.2013: 12:58 MEZ = 13:58 MESZ/BZ

    Alter der Gezeit: Springzeit (SpZ)

    16:48 BZ = 2 h 50 min nach HWZ Helgoland ≈ 3 h nach HWZ Helgoland

    Die Tabelle an der Raute gibt für jede Stunde vor und nach HW Helgoland Richtung und Stärke des Stroms an. In der Zeile „3 h nach HW“ liest man für Springzeit ab: StR = 291°, StG = 1,1 kn.

  • Aufgabe 143 Punkte

    Von der Tonne „ST“ wird der Kurs auf die Ansteuerungstonne „Harle“ geändert. Auf dem Weg quert man das Fahrwasser „Neue Weser“ zwischen den Tonnen „3/Jade 2“ und Tonne „3a“.

    Beschreiben Sie das Seezeichen „3/Jade 2“ vollständig: – Aussehen am Tage und Höhe, – Kennung, Nenntragweite und Identifizierungshilfe bei unsichtigem Wetter, – navigatorische Bedeutung bzw. was kennzeichnet das Seezeichen? (3 Punkte)

    Amtliche Lösung

    • Aussehen am Tage: grüne Bakentonne mit rotem Band, Toppzeichen grüner Kegel Spitze oben

      Höhe: 9 m

    • Kennung: 2 Blitze bzw. Flash grün, nach kurzer Pause ein weiterer Blitz bzw. Flash grün (2+1), Wiederkehr alle 15 s.

      Nenntragweite: 9 sm

      Identifizierungshilfe: Radarantwortbake mit Morsekennung „T“ (ein langer Strich)

    • Navigatorische Bedeutung: Diese Tonne ist die Stb.-Tonne 3 des Fahrwassers „Neue Weser“ und die erste Bb.-Tonne (Jade 2) des abzweigenden Fahrwassers „Jade“.

      Diese Betonnung kennzeichnet das Fahrwasser „Jade“ als abzweigendes bzw. einmündendes Fahrwasser (auch: Nebenfahrwasser) gegenüber dem Fahrwasser „Neue Weser“ (auch Hauptfahrwasser).

    Herleitung anzeigen

    Die Angaben stehen in der Seekarte an der Tonne und, vollständig, im Leuchtfeuerverzeichnis.

    Die Kennung „2 Blitze, nach kurzer Pause ein weiterer Blitz“ ist ein zusammengesetztes Gruppenblitzfeuer (2+1). Die Wiederkehr ist die Dauer, nach der sich diese Folge wiederholt: 15 s. Die Nenntragweite ist die Sichtweite des Feuers bei meteorologischer Sicht von 10 sm (hier 9 sm).

    Bei unsichtigem Wetter hilft die Radarantwortbake (Racon): Sie antwortet auf den Radarimpuls mit einem Morsezeichen, das auf dem Radarschirm als Strich oder Strichfolge erscheint, hier „T“ (ein langer Strich).

    Die Tonne hat zwei Farben, weil sie zwei Fahrwassern dient: Grün (Tonne und Toppzeichen) für die Steuerbordseite des Hauptfahrwassers „Neue Weser“ (Nr. 3), das rote Band für die Backbordseite des abzweigenden Fahrwassers „Jade“ (Nr. 2). Deshalb heißt sie „3/Jade 2“.

  • Aufgabe 151 Punkt

    Auf dem Weg zur Ansteuerungstonne „Harle“ überfährt man ca. 1,5 sm nach dem Passieren von WPT 3 eine blaue Linie und erreicht danach ein hellblau gefärbtes Gebiet.

    Erläutern Sie die blaue Linie und das hellblau gefärbte Gebiet in der Seekarte. (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Die blaue Linie ist die 20 m Tiefenlinie (Niedrigwasserlinie).

    In der hellblau gefärbten Fläche beträgt die Kartentiefe [nicht Wassertiefe] zwischen 10 m und 20 m.

    Herleitung anzeigen

    Die Seekarte färbt das Wasser nach seiner Tiefe: Je flacher es ist, desto kräftiger ist das Blau. Die blaue Linie ist eine Tiefenlinie, hier die 20-m-Linie. Dahinter beginnt das hellblau gefärbte Gebiet, es reicht bis zur 10-m-Linie.

    Die Zahlen sind Kartentiefen, keine Wassertiefen. Eine Kartentiefe ist auf LAT bezogen (Lowest Astronomical Tide, das niedrigste Niedrigwasser, das nach den Gezeiten zu erwarten ist). Die tatsächliche Wassertiefe ist fast immer größer: Kartentiefe plus aktuelle Höhe der Gezeit. Deshalb heißt die Tiefenlinie hier auch Niedrigwasserlinie: Sie gilt für den Wasserstand des Kartenbezugsniveaus, also bei niedrigstem Niedrigwasser.

  • Aufgabe 162 Punkte

    Man steuert MgK = 200°. Um 17:30 BZ peilt man über den Steuerkompass den Alte Weser Leuchtturm in der MgP = 094° und den Leuchtturm von Wangerooge in der MgP = 174°. Bei beiden Peilungen lag der Sollkurs an.

    Bestimmen Sie den beobachteten Ort Ob für 17:30 BZ. (2 Punkte)

    Amtliche Lösung

    Ob 17:30 BZ: φ = 53° 53,7’ N, λ = 007° 51,8’ E [± 0,2’]

    Herleitung anzeigen

    Die Ablenkung hängt vom anliegenden Kurs ab, nicht von der Peilung. Beide Peilungen wurden auf dem Sollkurs gepeilt, die Ablenkung wird deshalb in der Steuertafel für MgK = 200° abgelesen (+7°).

    Lt. Alte WeserLt. Wangerooge
    MgP=094°174°
    Abl=+7°+7°
    mwP=101°181°
    Mw=+1°+1°
    rwP=102°182°

    Ob: Die Gegenpeilungen einzeichnen, vom Leuchtturm „Alte Weser“ 282° (102° + 180°) und vom Leuchtturm Wangerooge 002° (182° − 180°). Der Schnittpunkt ist der beobachtete Ort.

  • Aufgabe 171 Punkt

    Ermitteln Sie den Strom nach Richtung (StR) und Stärke (StG) auf dem weiteren Weg gegen 18:00 BZ nach Seekarte? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    Strommesspunkt „G“: StR = 282° [Keine Toleranz]

    Strommesspunkt „G“: StG = 1,2 kn [Keine Toleranz]

    oder Strommesspunkt „H“: StR = 280° [Keine Toleranz]

    Strommesspunkt „H“: StG = 1,2 kn [Keine Toleranz]

    Herleitung anzeigen

    In der Nähe der Kurslinie liegen zwei Strommesspunkte: Raute „G“ in der „Neuen Weser“ und Raute „H“ im Wangerooger Fahrwasser. Es genügt eine von beiden.

    HWZ Helgoland 10.06.2013: 12:58 MEZ = 13:58 MESZ/BZ

    Alter der Gezeit: Springzeit (SpZ)

    18:00 BZ = 4 h 02 min nach HWZ Helgoland ≈ 4 h nach HWZ Helgoland

    In der Zeile „4 h nach HW“ der Tabelle an der Raute liest man für Springzeit ab: Raute „G“: StR = 282°, StG = 1,2 kn. Raute „H“: StR = 280°, StG = 1,2 kn.

  • Aufgabe 181 Punkt

    Wann und in welcher Höhe tritt am 10. Juni 2013 nach Bordzeit in Wangerooge (West) das Abendniedrigwasser ein? (1 Punkt)

    Amtliche Lösung

    NWZ = 20:35 MESZ/BZ

    NWH = 0,5 m

    Herleitung anzeigen

    Alter der Gezeit am 10.06.2013: Springzeit (SpZ)

    Wangerooge West ist ein Anschlussort von Norderney (Anschlussort Nr. 777): Zeit und Höhe von Norderney plus die Unterschiede ZUG/HUG. Das Abendniedrigwasser ist das 2. NW des Tages.

    2. NW Norderney10.06.201318:59 MEZ0,4 m
    ZUG / HUG+00:36+0,1 m
    2. NW Wangerooge West10.06.201319:35 MEZ0,5 m

    Die Gezeitentafel ist in MEZ angegeben. Am 10.06.2013 gilt MESZ, also +1 h: 19:35 MEZ = 20:35 MESZ/BZ.